Globalisierung

„Globalisierung“ bezeichnet das seit dem Ende des kalten Krieges beschleunigte Wachstum grenzüberschreitender Ströme von Gütern, Kapital und Informationen.

Dieser Transnationalisierungsschub ist sowohl das Ergebnis technischer Innovationen (Computerisierung, Internet, Containerverkehr) als auch nationaler und internationaler politischer Entscheidungen etwa im Rahmen der GATT/WTO-Handelsrunden, die den internationalen Handel und Kapitalverkehr liberalisierten (Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen) und die nationalen Volkswirtschaften deregulierten (Rücknahme staatlicher Eingriffe) und privatisierten von ehemals öffentlichen Eigentums.

Die „Globalisierung“ hat die Weltwirtschaft grundlegend transformiert. Global agierende Unternehmen sind entstanden, die einen Großteil des internationalen Handels bestimmen. Zu diesen „Global Players“ zählen beispielsweise DaimlerChrysler, Deutsche Bank und Siemens. Neben diesen Transnationalenkonzernen hat sich ein globales finanzwirtschaftliches Netzwerk, bestehend aus Fondsgesellschaften, Banken, Ratingagenturen und dem Internationalen Währungsfonds gebildet, die den globalen Finanzmarkt dominieren. Dieses finanzwirtschaftliche Netzwerk übt nicht nur auf kleinere Volkswirtschaften erheblichen Druck aus, indem es die Kreditversorgung und den Geldwert beeinflusst, sondern auch größere Nationalstaaten und Großunternehmen unterliegen seinen Forderungen etwa in Form von Renditeansprüchen.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Kluft zwischen Arm und Reich weiter vertieft. Der weltweite Reichtum konzentriert sich in einigen wenigen Staaten des Nordens und bei einer kleinen Schicht in den Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern. Nur in wenigen Staaten des Südens insbesondere in Asien wächst eine Mittelschicht heran. Auch ist die Gefahr von internationalen Finanz- und Wirtschaftskrisen gewachsen. So wurden durch die Krisen in Asien, Brasilien, Mexiko und Russland seit Anfang der 1990er Jahre Millionen von Menschen um ihre Lebenschancen gebracht. „Eine andere Welt ist möglich“, wie die Teilnehmer an den Sozialforen richtig fordern, wenn die Macht der finanzwirtschaftlichen Netzwerke und Großunternehmen begrenzt wird und die neoliberalen Ideen, die an ein generelles Heil durch Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung glauben, zurückgedrängt werden.

DIE LINKE. fordert zur gerechten Gestaltung der Globalisierung folgende Maßnahmen:
Zur Sicherung der sozialen Standards und Rechte bedarf es einer Europäischen Union, die nach innen und außen solidarisch agiert. Wir fordern soziale Mindeststandards in Europa. Zur Vermeidung von Finanz- und Wirtschaftskrisen bedarf es einer Vereinbarung flexibler Währungszielzonen für die Leitwährungen und eine (Wieder)Einführung von Kapitalverkehrskontrollen in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Allgemein sollen grenzüberschreitende Devisengeschäfte besteuert werden (Tobin-Steuer). Für die Entwicklungsländer soll die Möglichkeit bestehen, ihre Märkte vor Importen aus den Industrieländern aber auch aus Asien zu schützen.


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