Wahl­kampf-Höhe­punkt zur Land­tags­wahl 2018 mit Gre­gor Gysi 


Wahl­kampf-Höhe­punkt in Nürn­berg mit DIE-LINKE-Kandidat*innen und Gre­gor Gysi 

 

Bes­tes Wahl­kampf­wet­ter hat­te DIE LINKE nicht erwischt. Die Men­schen aus Nürn­berg, Fürth und Umge­bung stör­te die Käl­te anschei­nend nicht: 2.500 von ihnen sind auf die zen­tra­le Wahl­kampf­ver­an­stal­tung der LINKEN gekom­men. Nach einem kur­zen musi­ka­li­schen Bei­trag des Nürn­ber­ger Lie­der­ma­chers Gym­mick gehör­te die Büh­ne auch schon den Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten aus Mit­tel­fran­ken.

In kur­zen Inter­views stan­den sie Rede und Ant­wort. Uwe Hal­la sprach über sei­ne For­de­run­gen für einen bes­se­ren ÖPNV und Umwelt­po­li­tik: „Wir müs­sen Wind­kraft­an­la­gen aus­bau­en und dre­cki­ge Koh­le da las­sen, wo die­ser inef­fi­zi­en­te Ener­gie­trä­ger hin­ge­hört, zum Bei­spiel in den Boden unter dem Ham­ba­cher Forst.“ Gizem Fes­li pran­ger­te ein Pro­blem an, das an die­sem Abend noch öfter eine Rol­le spie­len soll­te: die unso­zia­len, pro­fit­ge­trie­be­nen Ent­wick­lun­gen auf dem Woh­nungs­markt. „In den Städ­ten erle­ben wir eine Miet­preis­ex­plo­si­on. Woh­nen wird immer teu­rer.“ Und so for­der­te sie, den sozia­len Woh­nungs­bau end­lich zu erneu­ern und das Aus­lau­fen der Sozi­al­bin­dungs­frist zu been­den. Anschlie­ßend stell­te Ste­fan Ger­big kurz dar, wie eine ver­ant­wor­tungs­vol­le lin­ke Dro­gen­po­li­tik aus­se­hen soll­te. Sein Mot­to: „Abhän­gi­gen hel­fen, Gele­gen­heits­kon­su­men­ten nicht län­ger kri­mi­na­li­sie­ren.“ Als Gewerk­schaf­ter lägen ihm außer­dem die Arbeit­neh­mer­inter­es­sen am Her­zen. Und so plä­dier­te er für ein baye­ri­sches Tarif­treue­ge­setz: „Damit Arbeit­ge­ber nicht ein­fach bestehen­de Tarif­ver­trä­ge ver­las­sen kön­nen. Was das bedeu­tet, spü­ren momen­tan die Beschäf­tig­ten bei real, die plötz­lich bis zu 40 Pro­zent weni­ger Lohn in der Tasche haben.“

Als Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ge­rin kennt Debo­rah Pihan die Pro­ble­me in der Pfle­ge aus ihrer täg­li­chen Arbeit. Kein Wun­der also, dass die Ver­bes­se­rung der Pfle­ge­be­din­gun­gen für Per­so­nal und Pati­en­ten ihr beson­ders wich­tig ist. So müs­se z. B. der Per­so­nal­schlüs­sel rauf­ge­setzt wer­den: „Ich ken­ne Leu­te, die bis zu 40 Pati­en­ten gleich­zei­tig betreu­en. Das ist nicht schaff­bar und scha­det Pati­en­ten sowie Pfle­gern und Pfle­ge­rin­nen“.

Die Vor­stel­lungs­run­de been­de­te der mit­tel­frän­ki­sche Spit­zen­kan­di­dat der LINKEN für den Land­tag, Niklas Haupt, mit einer kraft­vol­len Rede, in der er die zen­tra­len Punk­te des Wahl­pro­gramms der baye­ri­schen LINKEN noch ein­mal zusam­men­fass­te. Und auch zur Ver­ant­wor­tung Deutsch­lands und Bay­erns in der Welt fand er kla­re Wor­te: „Immer wie­der wird gefor­dert, Flucht­ur­sa­chen zu bekämp­fen. Fan­gen wir doch ein­fach bei den baye­ri­schen Rüs­tungs­un­ter­neh­men an, die mit ihren Waf­fen krie­ge­ri­sche Kon­flik­te in aller Welt am Lau­fen hal­ten.“ In Nürn­berg, der Stadt der Men­schen­rech­te und des Frie­dens, stieß er mit die­ser For­de­rung auf offe­ne Ohren. Tosen­der Bei­fall.

 

Gre­gor Gysi erin­nert an die Grün­dung des Frei­staats

 

Nach einer guten Stun­de war es dann soweit: Gre­gor Gysi betrat die Büh­ne. Immer einen Witz auf der Lip­pe, sprach er gefühlt jedes The­ma an, das die Men­schen seit Jah­ren bewegt. Da ist der erstar­ken­de Rechts­ex­tre­mis­mus, da ist die immer unfai­re­re Ver­tei­lung des Wohl­stands, da ist der Nie­der­gang der SPD, da sind die feh­len­den poli­ti­schen Visio­nen Ange­la Mer­kels: „Die Bun­des­kanz­le­rin hat kei­ne Visi­on für Deutsch­land, kei­ne Visi­on für Euro­pa, kei­ne Visi­on für die Welt.“ Und damit steck­te er auch ab, wel­che Auf­ga­ben DIE LINKE hat. Hier rich­te­te er sich expli­zit an die Jugend, sie sol­le doch wie­der rebel­li­scher sein. „Ohne Gewalt, ver­steht sich“, ergänz­te er. Es brau­che krea­ti­ven Pro­test, etwa gegen die unso­zia­le Woh­nungs­po­li­tik in den Groß­städ­ten. Mün­chen ist in Sachen Woh­nen die teu­ers­te Stadt Deutsch­lands. Und so schlug Gysi gegen Ende sei­ner Rede den Bogen zu Bay­ern. Vor 100 Jah­ren rief Kurt Eis­ner den Frei­staat Bay­ern aus: „Dar­an muss man den Söder mal erin­nern: Das war ein Lin­ker, der den Frei­staat gegrün­det hat.“ Längst über­fäl­lig sei es also, dass auch wie­der eine wirk­li­che lin­ke Par­tei im baye­ri­schen Land­tag sitzt und für sozia­le Zie­le kämpft. Und wel­che Trag­wei­te das hät­te, gab er dem Publi­kum zum Schluss auch noch mit auf den Weg: „Wenn DIE LINKE in den baye­ri­schen Land­tag ein­zieht, ver­än­dern wir die Welt.“

Hier die Rede von Gre­gor Gysi zum Nachö­ren

 

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